Neue Forschungsergebnisse legen nahe, dass emotionales Bewusstsein und nicht emotionale Regulierung der entscheidende Faktor für die Einhaltung einer gesunden Ernährung ist. Die in Food Quality and Preference veröffentlichte Studie stellt die weit verbreitete Annahme in Frage, dass die bloße Kontrolle von Emotionen emotionales Essen verhindert. Stattdessen wurde festgestellt, dass es effektiver ist, ungesunde Snackgewohnheiten zu durchbrechen, wenn man versteht, wie man sich im Moment fühlt.
Die Studie: Wie sich Emotionen und Diäten überschneiden
Die Forscher untersuchten die Essgewohnheiten von 150 Frauen über einen Zeitraum von sieben Tagen und verfolgten sowohl ihre Nahrungsaufnahme als auch ihre emotionalen Zustände unmittelbar vor jeder Mahlzeit oder jedem Snack. Die Ergebnisse zeigten einen bemerkenswerten Unterschied zwischen Diätetikern und Nicht-Diätetikern:
- Diätetiker: Bei Frauen, die eine Diät machten, war die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich für negative Emotionen entschieden, fast doppelt so hoch, dass sie sich für ungesunde Snacks entschieden, als wenn sie sich positiv fühlten. Dies deutet darauf hin, dass eine Kalorienbeschränkung die emotionale Anfälligkeit gegenüber Genussmitteln verstärken kann.
- Nicht-Diätetiker: Personen, die keine aktive Diät machten, zeigten ein anderes Muster. Sie neigten dazu, insgesamt mehr zu essen, wenn sie positive Emotionen wie Glück oder Aufregung erlebten, anstatt sich bei negativen Gefühlen dem Essen zuzuwenden.
Warum emotionales Bewusstsein wichtig ist
Der Co-Autor der Studie, Isaac Williams, Ph.D., erklärt, dass der Schlüssel nicht darin liegt, Emotionen zu unterdrücken, sondern sie in Echtzeit zu erkennen. „Wir gehen nicht so rational mit Essen um, wie wir gerne denken“, erklärte er und betonte, dass Achtsamkeit dazu beitragen kann, den Kreislauf des impulsiven Naschens zu durchbrechen, wenn man gestresst oder überfordert ist.
Die Studie ergab auch, dass selbst Teilnehmer mit ausgeprägten emotionalen Regulierungsfähigkeiten immer noch dem emotionalen Essen zum Opfer fielen. Dies weist darauf hin, dass der einfache Versuch, Emotionen zu kontrollieren, weniger effektiv ist, als präsent zu sein und anzuerkennen, was man fühlt.
Das große Ganze: Ungesunde Zyklen durchbrechen
Die Forschung bestärkt die Idee, dass die Wahl der Nahrung eng mit unseren emotionalen Erfahrungen verknüpft ist. Unabhängig davon, ob Sie eine Diät machen oder nicht, kann ein erhöhtes emotionales Bewusstsein zu bewussteren Essgewohnheiten führen. Die Ergebnisse legen nahe, dass Selbstbewusstsein ein praktischeres Instrument ist als Willenskraft allein, wenn es um langfristigen Ernährungserfolg geht.
Letztendlich kann das Verständnis Ihrer emotionalen Auslöser rund um das Essen Sie in die Lage versetzen, gesündere Entscheidungen zu treffen, und zwar nicht als Einschränkung, sondern als Folge einer achtsamen Selbstwahrnehmung.


















